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Spät-postoperative Komplikationen

Prädisponierende Faktoren für späte Fadenlockerungen sind: Defekte der Bowman-Lamelle, stromale Vaskularisationen, rheumatische Grunderkrankung, einfach fortlaufende Naht, kindliche Keratoplastik (26–34 %) und der akute Keratokonus (sog. kornealer Hydrops).
Bei Vorliegen eines Fadeninfiltrats wird der Faden sofort entfernt und typischerweise lokal mit Antibiotika und systemisch mit Steroiden behandelt.
Prädisponierende Faktoren für Stufenbildung sind neben dem Trauma frühzeitige Fadenentfernung. Hier sollte der erste Faden nie vor 1 Jahr entfernt werden. Beim Trauma scheinen die Stufen typischerweise nasal unten aufzutreten, nach der Fadenentfernung typischerweise temporal unten.
Erfahrungsgemäß bilden sich vorbestehende korneale Neovaskularisationen auf der Wirtshornhaut im Rahmen einer herpetischen Grunderkrankung bei adäquater Therapie nach PKP eher zurück. Dagegen wachsen neue Gefäße im Wirtsgewebe bei Limbusstammzellinsuffizienz typischerweise wieder auf das Transplatat vor.

Aus Seitz B., El-Husseiny M., Langenbucher A. et al. Prophylaxe und Management von Komplikationen bei perforierender Keratoplastik. Ophthalmologe 110,605-613.