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Intraoperative Komplikationsprophylaxe

Die horizontale Positionierung von Kopf- und Limbusebene ist unabdingbare Voraussetzung für die Vermeidung von Dezentrierung, „vertikaler Verkippung“ und „horizontaler Torsion“.
die sog. „horizontale Torsion“, d. h., die zweite Situationsnaht wird nicht exakt gegenüberliegend zur ersten Situationsnaht platziert. Auf diese Weise kommt es auf der einen Seite zu einer Stauchung von Gewebe, auf der anderen Seite zu einer Streckung zur Kompensation des Gewebedefizits. Durch intraoperative Justage der Fadenspannung lässt sich bei liegendem Faden oft eine befriedigende Krümmung erreichen. Allerdings kann es nach der Fadenentfernung zu dem gefürchteten Astigmatismusanstieg auf 10–15 dpt und gelegentlich höher kommen.
Der dritte intraoperative Grund für den hohen Astigmatismus nach Keratoplastik ist die „vertikale Verkippung“, d. h., nicht kongruente Schnittkanten werden durch die Fadenspannung kompensiert, um einen wasserdichten Wundverschluss zu erreichen. Auf diese Weise kann es zu asymmetrischer Wundheilung und analogem Astigmatismusanstieg nach Fadenentfernung wie durch die horizontale Torsion kommen.

Aus Seitz B., El-Husseiny M., Langenbucher A. et al. Prophylaxe und Management von Komplikationen bei perforierender Keratoplastik. Ophthalmologe 110,605-613.